Bilder der Mathematik

Es soll tatsächlich noch Zeiten geben, in denen man als Student losgelöst von äußeren Zwängen wie der CreditPoint-Jagd durch die Bibliothek streifen kann. (Man kann tatsächlich, muss es aber auch wollen ;))

Manchmal entdeckt man dabei wirklich tolle Bücher (Vergleichbar mit der Situation beim Klamotten-Kauf). Gestern ist mir ein solches in die Hände gefallen: Bilder der Mathematik von Georg Glaeser und Konrad Polthier.

Sämtliche Aspekte, denen ich während des Mathematikstudiums begegnete,  sind nicht nur mit großartigen Bildern unterlegt, sondern auch mit wenigen Sätzen erklärt. Hätte doch nur ein Dozent derartige Bilder in den Vorlesungen verwendet, ohne große Mühe wäre das Level des Verständnisses und der Motivation gestiegen und Interesse erzeugt – zumindest bei mir.

Zur Verteidigung meiner ehemaligen Dozenten muss ich erwähnen, dass einige tatsächlich hin und wieder Bilder und Grafiken verwendet haben. Andere hingegen haben auch ohne derartige Visualisierungen interessante Vorlesungen halten können und die Hörerschaft mit in den Bann ziehen können – aber das waren nur wenige.

Die dargestellten Bilder behandeln sowohl Themen des Schulunterrichts (Satz des Pythagoras, Kreiszahl π, Pascall’sches Dreieck) gehen aber häufig viel weiter hinaus (Satz von Morley, Riemann’sche Zeta-Funktion, Fixpunktsatz von Brouwer) bis hin zu aktuellen Themen der Forschung (Solitonen, Perkolation, Zufällige Wege, Glättung von 3D-Scannerdaten).

Insbesondere eignet sich das Buch für Projektkurse Mathematik der GOSt, indem es zahlreiche Themenbeispiele veranschaulicht  und jedes mit ein wenig Literatur zur weiteren Recherche garniert.

Ich bin jedenfalls von dem Buch begeistert und empfehle es allen, die in Hochschule und Schule im Bereich Mathematik lehren!

morley
Animation des Satzes von Morley (Klick zur Animation) – Eigene Anfertigung.

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