Raspberry Pi und die twitternde Kaffeemaschine

Der Raspberry Pi ist in der Tech-Szene ja schon fast wieder ein alter Hut. Ab und an trifft man den Mini-Rechner neben seinem Verwandten namens Arduino in Schulen, meist in AGs oder Projektunterricht.

Nachdem mein Raspberry nach einmaligem Ausprobieren ein einsames Dasein auf meinem Schrank fristete, hat er jetzt seine tägliche Arbeit zu verrichten: Er kocht meinen Kaffee!

Worum geht’s?

Der Raspberry horcht nach dem Einschalten, ob ein Twitter-User unter einem besonderen Hashtag (#) ein Kommando absendet. In diesem Fall sendet er ein Funksignal, das eine Funksteckdose aktiviert, an der die Kaffeemaschine angeschlossen ist. Letztlich twittert der Pi ein Bild der Kaffeemaschine, an der man überprüfen kann, ob diese auch wirklich angeschaltet ist. Zugegeben,  für die meisten klingt das nach sinnloser Spielerei. Mir hat das Tüfteln unheimlich Spaß gemacht, ich habe dabei gelernt: Programmierung mit Python,  Umgang mit den Programmierschnittstellen (API’s) von Twitter und vieles mehr! Der Raspberry ist genau dafür perfekt, zum Experimentieren und Programmieren. Letztlich kann er Kids und junge Erwachsene an Informatik, Modellierungen und Programmierung heranführen.  Der jeweilige Einsatzzweck ist tatsächlich nur von der Kreativität der Nutzer begrenzt, fast alles scheint möglich. Eine Websuche zu „Raspberry projects“ liefert zig spannende Anwendungen. Eben auch eine twitternde Kaffeemaschine.

Wie funktioniert’s?

Benötigt wird Folgendes:

  • Grundausrüstung:
    • Raspberry Pi Model B+ (plus SD-Karte mit Betriebssystem, im Netz finden sich unzählige Anleitungen dazu)
    • Ethernet-Anschluss (RJ45) oder WLAN-Adapter (z.B. diesen)
    • Stecker-Netzteil für R-PI-Stromversorgung (Micro-USB)
  • Speziell:
    • Funksteckdose (im Baumarkt oder online, oft im Set erhältlich wie hier)
    • 433 MHz – Sende/Empfangs-Modul (wie dieses)
    • optional: einfache USB-Webcam
    • Zubehör zum Befestigen (Jumper-Kabel)
  1. Ansteuerung der Funksteckdosen mit Raspberry Pi + 433 MHz-Sendemodul: Anleitung
  2. Reagieren auf Twitter-Statusnachrichten (Tweets): Anleitung 
  3. Webcam-Bild aufnehmen mit Raspberry: Anleitung

Kleine Hürden warten bei der Integration der Idee:

Der Hintergrunddienst (daemon) rpitwit (siehe 2.) soll beim Einschalten des Raspberry starten. Bei mir hat das mit crontab merkwürdigerweise nur sporadisch funktioniert. Abhilfe habe ich mir damit geschaffen, dass crontab ein Skript namens twitter_crontab.sh jede Minute startet. Dieses prüft, ob der rpitwit-Dienst bereits läuft. Wenn dies nicht der Fall ist, startet er diesen als SCREEN. Dies hat den Vorteil, dass man später diesen Screen leicht in den Vordergrund holen kann, wenn man will.

Wichtig ist auch, dass der rpitwit-Client ins Verzeichnis /usr/local/bin/ kopiert wird, die zu startenden Skripte sollten dann im Verzeichnis /root/rpitwit_commands/ liegen. So funktioniert es zumindest bei mir.

crontab_4

crontab-Eintrag, der jede Minute das Skript twitter_crontab.sh startet

twitter_crontab.sh – Skript, das den rpitwit-Dienst startet, falls das noch nicht geschehen ist.
„Haupt-Skript“, das bei passendem Tweet ausgeführt wird. Kaffeemaschine wird gestartet..
crontab_3
optional: Python-Skript, das ein Bild der Kaffeemaschine als Reply tweetet.

Das Skript liegt im Ordner /root/rpitwit_commands/ und heißt in diesem Fall KaffeeKaffee. Das Stichwort (Hashtag #), auf das rpitwit reagiert, heißt hier#rpitwit. Es kann jedoch auch beliebig verändert werden.

In diesem Fall startet der Raspberry das Skript, sobald ich (oder jemand anders voreingestelltes) #rpitwit KaffeeKaffee twittere.

So sieht das ganze dann aus:

Das Ergebnis, frischer Kaffee und ein Reply:

 

Viel Spaß beim Nachbauen. Fragen gern als Kommentar oder per Mail!

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