Anbieterwechsel, Vergleichsportale & glückliche Eltern

Unwissenheit oder Lethargie? Sicherlich: Teuer!

Jedes Jahr das selbe Spiel, wenn die Stromrechnung ins Haus flattert: Verärgerung über höhere Kosten, obwohl der eigene Verbrauch stetig sinkt. Nun gibt es zwei Möglichkeiten damit umzugehen:

  1.  Man gibt sich zufrieden.Der Kunde bleibt verärgert, der örtliche Grundversorger zufrieden.
  2. Man wirft einen kritischen Blick auf die Jahresrechnung kritisch und informiert sich über Wechselmöglichkeiten.

Meine Erzeugerfraktion bezieht seit Jahren Heizstrom vom örtlichen Grundversorger, so wie laut Stiftung Warentest etwa 98% der rund 1.6 Millionen Nachtspeicherheizungs-Besitzer [1]. In diesem Fall ist es RWE. Es hat mich einige Zeit gekostet, die AGBs der unterschiedlichen Anbieter auf dem Strommarkt zu überblicken und Licht in den Tarifdschungel zu bringen.

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Mittlerweile ist die Kündigung auf dem Weg, wenn alles glatt geht ist eine ordentliche jährliche Ersparnis von etwa 250 Euro sowie eine Sonderzahlung (Bonus) der Lohn der Arbeit.

Ich wundere mich über den hohen Anteil (98%) der Nachtspeicherheizungsbesitzer, die sich in den Fängen ihres Grundversorgers befinden. Im Umkreis meiner Bekannten höre ich immer wieder, man könne mit der Konfiguration dieser Heizungs- und Strommessgeräte praktisch nicht wechseln. Oftmals, gerade bei älteren Menschen, kommt die Angst dazu, bei einem Wechsel plötzlich ohne Strom dazustehen. Das kann in Deutschland jedoch nur in äußerst seltenen Fällen geschehen und ist meist auf grobes Fehlverhalten oder Zahlungsverzüge seitens der Kunden zurückzuführen. Das ist aber ein anderes Thema. Zurück zum Stromanbieterwechsel.

Was hat Schule damit zu tun?

Schule sollte auf das Leben vorbereiten – klar. Aber warum nicht einmal so konkret, dass es sich allen Beteiligten offenbart: bei der Aufgabe, die eigene Stromrechnung zu hinterfragen. Im Mathematikunterricht ist es ohne Weiteres möglich, dies im Rahmen einer Schulwoche zu thematisieren. Ziel sollte es sein, dass jeder Schüler am Ende einen Bericht oder Gutachten entwirft, das den Eltern vorgelegt werden kann.

„Mathematische Grundbildung umfasst die Fähigkeit […] mathematisches Wissen funktional, flexibel und mit Einsicht zur Bearbeitung vielfältiger kontextbezogener Probleme einzusetzen und begründete mathematische Urteile abzugeben.“ [2]

Dieses Gutachten soll die jährlichen Kosten für Strom ihres bisherigen Versorgers erklären: Wie kommt der Preis zustande? Wie errechnen sich die monatlichen Abschläge? Gibt es Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen? Klar, dass das Lernen kontextbezogen stattfindet und nicht auf Mathematik beschränkt ist. Müssen Lehrende daher zurückweichen?!

In einem zweiten Abschnitt können mögliche Versorgerwechsel erwogen werden. Mit Hilfe digitaler Medien werden Wechselmöglichkeiten im Unterricht über Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 abgerufen. Dass deren Datenbanken nicht ganz leicht zu verstehen sind, wird klar.

Einzelne SuS-Gruppen sollen zwischendurch ihre bisherigen Erkenntnisse und Fragen präsentieren (Kurzpräsentation). Der Klassenverband versucht konkrete Antworten zu finden – auch mittels digitaler Medien.

Resultieren die Gutachten der SuS in einem Versorgerwechel, bei dem die Eltern bares Geld sparen, sind wohl glückliche Gesichter auf Elternsprechtragen garantiert.

So zumindest die Theorie. Ich bin gespannt, ob diese Überlegungen umsetzbar sind. Vielleicht holen mich die nächsten Wochen und Monate (Referendariat) aber auch wieder schnell zurück auf den Boden der schulischen Tatsachen. Ich bin gespannt…

Falls Lehrende ähnliche Vorhaben bereits umgesetzt haben, würde ich über eine kurze Mitteilung (Kommentar o.Ä.) sehr freuen!

Klar ist, dass bei dieser Arbeit, die von digitalen Medien unterstützt werden kann, ein Mehrwert entstehen kann. Auf diesen komme es ja angeblich an…

Information & Quellen:

[1]: WDR2 Quintessenz

[2]: Kernlehrplan Mathematik NRW Gymnasium SekI (G8)

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